Ökopflaster – Wasserdurchlässige Beläge

Die gesplittete Abwassergebühr zur Festsetzung der Gebühren für die Regenwasserbeseitigung istmittlerweile flächendeckend umgesetzt worden. Die Städte und Gemeinden veranlagen die Grundstückseigentümer nach dem Versiegelungsmaßstab, das heißt entsprechend der befestigten und angeschlossenen Fläche. Für versickerungsfähige Flächen und solche, die an eine Versickerungsanlage angeschlossen sind, fallen dann reduzierte Gebühren an, weil sie das öffentliche Kanalnetz nicht oder nur gering in Anspruch nehmen. Bei dieser Art von Gebührenerhebung bleibt unberücksichtigt, wie viel Niederschlagswasser auf einem Grundstück anfällt und ob wie viel davon auf dem Grundstück versickert oder direkt in die Kanalisation abgeleitet wird. Auf Grund bundesweiter einheitlicher, aktueller Rechtsprechung muss die Struktur der Abwassergebühr neu geordnet werden.

Versickerungsfähige Betonpflastersysteme haben viele Vorteile

Mit der Umsetzung einer gesplitteten Abwassergebühr bietet sich dem Hauseigentümer ein besonderer Anreiz, mehr versickerungsfähige Flächen auf seinemGrundstück zu schaffen. Dies hat bekanntlich viele Vorteile. Der Regenwasserabfluss wird deutlich reduziert. Kanäle und Klärwerke werden entlastet, insbesondere bei den zunehmend auftretenden Starkregenereignissen. Die Grundwasserneubildung wird gefördert. Das Mikroklima wird verbessert. Und jetzt lassen sich damit auch noch Abwassergebühren sparen.

Welcher Abflussbeiwert ist der Richtige?

Bei der Festlegung von Abflussbeiwerten für befestigte Flächen gibt es oftmals große Unterschiede in den einzelnen Städten und Gemeinden. Manche Festlegungen basieren dabei auf längst nicht mehr aktuellen Erfahrungen und Annahmen. Der aktuelle Stand der Technik und desWissens findet sich darin häufig nicht wieder.

Der Betonverband SLG hat den aktuellen Stand der einschlägigen Normen und Regelwerke sowie der wissenschaftlichen Arbeiten recherchiert und daraus die nachfolgende Tabelle entwickelt. Die darin genannten Abflussbeiwerte sind – unter Berücksichtigung der verschiedenen Einflussparameter und langjähriger Erfahrungen – zutreffende Mittelwerte. Sie werden zur flächendeckenden Anwendung in Deutschland und somit als Hilfestellung bei der Bemessung von Niederschlagsgebühren ausdrücklich empfohlen.

Abflussbeiwert befestigter Flächen
Art der befestigten Fläche Abflussbeiwert
Fugenlose Asphaltdecke oder Betondecke 1,0
Pflasterdecke oder Plattenbelag mit Fugenverguss oder vermörtelten Fugen 0,9
Pflasterdecke (auch aus Verbundsteinen) oder Plattenbelag mit ungebundener Fugenausführung und herkömmlichen Fugenbreiten 0,7
Begrünter Belag aus Pflastersteinen mit aufgeweiteten Fugen (z.B. Rasenfugenpflaster wie VarioFuga) 0,4
Versickerungsfähiger Belag (z.B. AquaPrima), Pflasterdecke oder Plattenbelag mit aufgeweiteten und splittverfüllten Fugen 0,4

Ein versickerungsfähiges Pflaster macht noch keine versickerungsfähige Bauweise

Die Versickerungsfähigkeit eines Pflasters und die Anwendung der empfohlenen Abflussbeiwerte nützen leider nichts, wenn es „unter dem Pflaster nicht stimmt“. Die darunter befindlichen Schichten sowie der Baugrund müssen ebenfalls die notwendigeWasserdurchlässigkeit aufweisen. Das System „Wasserdurchlässige Flächenbefestigung“ ist nur so gut wie sein schwächstes Bauteil. Bei Beachtung der einschlägigen Technischen Regeln und ein wenig ausgewählter Fachliteratur im Zuge der Planung, Baustoffauswahl und Ausführung ist es überhaupt kein Problem, eine dauerhaft funktionsfähige wasserdurchlässige Befestigung mit Betonsteinen herzustellen.
Damit soll auch die häufig gestellte Frage: „Wann sollte eine versickerungsfähige Pflasterbauweise behördlich anerkannt werden und wann nicht?“ ihre Antwort erhalten. Der behördlichen Anerkennung steht nichts im Wege, wenn der Antragsteller darlegen kann, dass bei seiner versickerungsfähigen Pflasterbauweise die einschlägigen Technischen Regeln beachtet wurden, geeignete Baustoffe Verwendung fanden und eine fachgerechte Ausführung aller Schichten erfolgte.

Textauszüge aus Veröffentlichung “Empfehlungen zur Festlegung des Abflussbeiwertes von befestigten Flächen”,
Herausgeber: SLG, Betonverband Straße, Landschaft, Garten e.V., D-53179 Bonn, www.betonstein.de.

Birkenmeier Stein+Design bietet Ihnen zwei Öko-Technologien an:

1. Haufwerksporige Pflastersteine, z.B. AquaPrima, mit einem offenporigen Gefüge (die Versickerung erfolgt direkt durch den Stein). Hinweis: Haufwerksporige Pflastersteine sind grundsätzlich nicht widerstandsfähig gegen Tausalz. (Siehe auch Hinweis*)

2. Pflastersteine mit angeformten Abstandhaltern für die Verlegung mit aufgeweiteten Fugen, z.B. unsere Öko-Kombi Systeme und unsere AquaFuga Systeme. Die angeformten Abstandhalter sorgen für größere Fugenbreiten beimVerlegen, die je nach Pflastersystem zwischen 4 und 6 mm betragen. Die Versickerung erfolgt hier ausschließlich über die Fugen, die mit wasserdurchlässigem Fugenmaterial zu füllen sind. (Siehe auch Hinweis*)

* Hinweis: Für versickerungsfähige Bauweisen gilt, dass auf den Einsatz von Taumitteln im Winterdienst zu verzichten ist.

Die mit dem Tropfen-Symbol gekennzeichneten Ökopflaster erfüllen alle die für versickerungsfähige Flächenbefestigungen maßgebende Bemessungsregenspende von grundsätzlich 270 l/(s-ha) bei weitem (270 l Regenwasser pro Sekunde und Hektar).